Eine Saison voller Herausforderungen, Improvisation und dennoch bemerkenswerter Erfolge liegt hinter den Unterwasserrugby-Spielerinnen und -Spielern des SV Rheine. Trotz widriger Umstände gelang es der Mannschaft, sich in der 1. Bundesliga West den dritten Platz zu sichern – und damit die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften am 9. und 10. Mai in Berlin.

Bereits vor Saisonbeginn standen die Vorzeichen alles andere als ideal. Erstmals seit langer Zeit ging der SV Rheine nur noch mit einer Mannschaft an den Start. Die zweite Mannschaft hatte sich aufgrund sinkender Spielerzahlen aufgelöst – ein deutlicher Einschnitt für die Abteilung. „Uns fehlen schlichtweg die Leute“, heißt es aus dem Teamumfeld. Viele ehemalige Aktive stehen nicht mehr zur Verfügung, Nachwuchs bleibt aus.

Ein Problem, das auch strukturelle Ursachen hat: Die Trainingszeiten stellen eine große Hürde dar. Zweimal wöchentlich geht es erst um 21 Uhr ins Wasser – eine Zeit, die insbesondere für Jugendliche kaum attraktiv oder überhaupt machbar ist. Die Sorge wächst, dass der Unterwasserrugby-Sport in Rheine langfristig darunter leiden könnte.

Auch während der Saison wurde die Mannschaft immer wieder auf die Probe gestellt. Krankheitsbedingte Ausfälle sorgten dafür, dass Spieltage häufig nur mit dem Minimum von zwölf Spielerinnen und Spielern bestritten werden konnten. Von optimalen Bedingungen konnte keine Rede sein.

Hinzu kam, dass das Team aus einer Mischung von Erst- und Zweitligaspielern bestand. Unterschiede im spielerischen Niveau waren daher unvermeidbar, zumal einige erfahrene Stammkräfte der ersten Liga zeitweise nicht zur Verfügung standen. Doch genau diese Mischung entwickelte sich im Verlauf der Saison auch zu einer Stärke.

Trotz aller Widrigkeiten zeigte der SV Rheine immer wieder sein Potenzial. Besonders die Spiele gegen die Topteams der Liga machten deutlich, was in der Mannschaft steckt. Gegen den DUC Köln I sowie den Duisburger SSC lieferte Rheine Begegnungen auf Augenhöhe. Vor allem der Erfolg gegen Duisburg erwies sich als Schlüsselspiel im Kampf um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

In der 1. Bundesliga West traf der SV Rheine in dieser Saison auf starke Konkurrenz: DUC Krefeld I, DUC Köln I und II, Duisburger SSC, SG Derne/Westfalen I sowie SG Sterkrade Bottrop. In diesem anspruchsvollen Umfeld behauptete sich das Team und sicherte sich am Ende verdient den dritten Tabellenplatz.

Nun richtet sich der Blick nach vorne: Mit einem motivierten und eingespielten Kader reist der SV Rheine nach Berlin. Mit dabei sind Jan-Philipp Salzig, Max-Henry Salzig, Tim Schulz, Georg Schulte, Dennis Molz, Linda Ostendorf, Andre Sontag, Luca Gervink, Simon Theising, Ida Sendker, Stefan Ostendorf, Jonas Jansen, Philipp Stockel, Pia Stockel, Michael Burmeister und Franziska Pott.

„Wir freuen uns riesig auf die Herausforderung“, heißt es aus der Mannschaft. In Berlin will sich das Team mit den besten Mannschaften Deutschlands messen, wertvolle Erfahrungen sammeln und vielleicht für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Die Spiele der Deutschen Meisterschaften können live auf sporteurope.tv verfolgt werden – und vielleicht schreibt der SV Rheine dort das nächste Kapitel einer Saison, die schon jetzt gezeigt hat: Auch unter schwierigen Bedingungen sind Erfolg und Teamgeist möglich.

Foto: Stefan Ostendorf (hinten v.l.), Georg Schulte, Simon Theising, Philipp Stockel, Thomas Hufschmidt, Andre Sontag, Dennis Molz, David Ries, Ida Sendker (vorne v.l.), Franziska Pott, Linda Ostendorf und Luca Gervink

Consent Management Platform von Real Cookie Banner